Körperschaftssteuer 2018-04-11T16:05:56+00:00

Körperschaftsteuer einfach erklärt

Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer, die auf das Einkommen juristischer Personen erhoben wird. Juristische Personen sind zum Beispiel Genossenschaften, Vereine oder Stiftungen, aber auch Kapitalgesellschaften. Derzeit beträgt der Steuersatz für die Körperschaftsteuer 15 Prozent.

Was ist Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer wird auf das Einkommen von juristischen Personen erhoben – also komplementär zur Einkommensteuer für natürliche Personen. Sie wurde zum ersten Mal 1920 abgeführt, nach der Einführung des Körperschaftsteuergesetzes im Zuge einer Finanzreform. Neben der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer ist die Körperschaftsteuer eine dritte Unternehmenssteuer. Sie wird auch als Gemeinschaftsteuer bezeichnet, da sie sowohl Bund als auch Ländern zusteht.

Wer muss die Körperschaftsteuer zahlen?

Körperschaftsteuer müssen juristische Personen entrichten, die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz in Deutschland haben. Juristische Personen sind beispielsweise Vereine, Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, GmbHs), Genossenschaften oder Stiftungen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ausnahmen, die nur beschränkt körperschaftsteuerpflichtig sind. Liegen zum Beispiel weder Geschäftsleitung noch Hauptsitz der juristischen Person in Deutschland, werden die Einkünfte nur beschränkt mit einem ermäßigten Abgeltungssteuersatz besteuert.

Wer muss keine Körperschaftsteuer bezahlen?

Von der Körperschaftsteuer befreit sind

  • politische Parteien
  • Unternehmen des Bundes
  • Staatsbanken
  • Körperschaften, die einem gemeinnützigen oder kirchlichen Zweck dienen
  • soziale Kassen
  • Berufsverbände
  • öffentlich-rechtliche Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen

Auch Freiberufler, Kleinunternehmer und landwirtschaftliche Betriebe sind von der Körperschaftsteuer
befreit, da diese bereits durch die Einkommensteuer belastet werden.

Wer erhält die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer zählt zur Gruppe der Gemeinschaftssteuern. Das bedeutet, dass das Geld Bund und Ländern gemeinschaftlich zusteht. Die Körperschaftsteuer wird mit Hilfe einer sechsseitigen Körperschaftsteuererklärung und verschiedenen Anlagen ermittelt. Das zuständige Finanzamt prüft die Steuererklärung und setzt die zu entrichtende Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag fest. Die
juristische Person bekommt den zu zahlenden Betrag mit einem Steuerbescheid übermittelt.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer wird einmal im Quartal, also viermal im Jahr, vom Finanzamt eingezogen. Doch wie viel Körperschaftsteuer müssen Gewerbetreibende an das Finanzamt entrichten?

Stichtag Körperschaftssteuer

Berechnung der Körperschaftsteuer

Zur Berechnung der Körperschaftsteuer wird das Körperschaftsteuergesetz (KStG) herangezogen. Die Körperschaftsteuer wird auf der Basis des zu versteuernden Einkommens berechnet. Dieses wiederum wird durch ein bestimmtes Rechenschema und verschiedene, vom Steuergesetz vorgegebene Korrekturen ermittelt. So werden von dem Jahresüberschuss laut Steuerbilanz diverse Positionen abgezogen (z. B. verdeckte Einlagen, Zuwendungen, Freibeträge) und weitere Positionen hinzuaddiert (z. B. verdeckte Gewinnausschüttungen, nichtabziehbare Aufwendungen).

Ein Unternehmen, das Verluste macht und demnach kein Einkommen bzw. Gewinn hat, muss auch keine Körperschaftsteuer bezahlen.

Wie bei der Einkommensteuer sind aber auch bei der Körperschaftsteuer je nach Art der Körperschaft bestimmte Beträge von der Besteuerung befreit. Körperschaftsteuer fällt also nur auf das Einkommen an, das über diese Freibeträge hinausgeht.

Wie hoch ist der Steuersatz?

Der Steuersatz zur Berechnung der Körperschaftsteuer ist in § 23 KStG festgelegt. Auf das zu versteuernde
Einkommen werden seit der Unternehmensreform 2008 15 Prozent Körperschaftsteuer erhoben. Dazu kommt jedoch noch der Solidaritätszuschlag, der weitere 5,5 Prozent der zu entrichtenden Körperschaftsteuer beträgt. Dadurch liegt die effektive Belastung durch die Körperschaftsteuer sogar bei 15,825 Prozent.

Wie hoch sind die Freibeträge?

Einigen bestimmte Körperschaften wird ein Freibetrag für die Körperschaftsteuer gewährt. Das heißt, das zu versteuernde Einkommen muss nicht in voller Höhe versteuert werden. Laut § 24 KStG liegt der Freibetrag für die Körperschaftsteuer bei 5.000 Euro. Eine Ausnahme bilden Genossenschaften und Vereine, die hauptsächlich im Bereich Land- und Forstwirtschaft tätig sind und einen Freibetrag von 15.000 Euro haben (§ 25 KStG). Diese Freibeträge können von den Einkommen der steuerpflichtigen
Körperschaften und Personenvereinigungen abgezogen werden. Sie dürfen aber nicht höher sein, als das zu versteuernde Einkommen selbst. Nach Abzug des Freibetrags wird die Körperschaftsteuer auf das zu versteuernde Einkommen erhoben.

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