Brutto-Netto
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Definition

Was ist brutto? Was ist netto?

Brutto und netto erscheinen als Begriffe auf allen Zahlungsbelegen: Steuerbescheid, Gehaltsabrechnung oder Rechnungen.
Beide Worte leiten sich aus dem Lateinischen ab (brutto = roh, ohne Abzug - netto = rein, mit Abzug)

Der Unterschied ist einfach:
Brutto-Definition: Zahlungen vor Abzug von Steuern und Abgaben.
Netto-Definition: Zahlungen nach Abzug von Steuern und Abgaben.

Brutto bedeutet also immer die Erfassung aller Teilwerte einer Zahlung – also Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Abgaben.
Netto bedeutet: alle Preise ohne Steuern und Abgaben, also exklusive MwSt.

Vereinfacht gesagt gibt es folgende Eselsbrücke: Brutto hat einen Buchstaben mehr als netto.

Was ist der Unterschied zwischen brutto und netto?

Nicht nur Unternehmen und Verwaltung sollten den Unterschied zwischen brutto und netto genau kennen. Wer an dieser Stelle richtig rechnen kann, lernt schnell Preise richtig einzuschätzen. Alle Verbraucher:innen, Arbeitnehmer:innen und Beamt:innen treffen alltäglich auf Brutto- und Netto-Rechnungen. Je besser Sie an dieser Stelle Bescheid wissen, desto eher können Sie Leistungen wie Einkäufe oder Handwerkerdienstleistungen im Wert realistisch berechnen.

Brutto in netto umrechnen beruht auf einfachen mathematischen Formeln. Somit stehen brutto und netto stets im gleichen mathematischen Zusammenhang zueinander. Dabei steht brutto immer für einen Gesamtbetrag, netto dagegen für den Restbetrag.

Tipp

Berechnungsformeln für Brutto und Netto

Die Formeln lauten:

  • Brutto = netto + Aufschläge
  • Netto = brutto - Aufschläge
  • Aufschläge = brutto - netto

Vereinfacht gesagt ist netto immer nur ein Teil von brutto. Mit den oben genannten Formeln lassen sich beide einfach berechnen.

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Beispiel einer Brutto- und Netto-Rechnung

Sabine S. ist Krankenschwester und verdient pro Monat einen Bruttolohn von 2.000 Euro. Nach Lohnsteuer und Sozialabgaben bleiben jedoch nur 1.335,88 Euro, die der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin als Nettogehalt tatsächlich auf ihr Konto überweist. Die Höhe eines Nettogehalts bemisst sich nach der jeweiligen Steuerklasse. Da Sabine S. in der Steuerklasse 1 ist, zieht der Staat besonders viele Steuern und Beiträge von ihrem Bruttogehalt ab – ihr Nettolohn ist also verhältnismäßig klein im Vergleich zu ihrem Bruttogehalt.

Mit ihrem Gehalt auf dem Konto hat Sabine S. sich eine Bluse für 50 Euro brutto gekauft. Gäbe es da nicht die Mehrwertsteuer (MwSt.), hätte sie für die Bluse lediglich 42,02 Euro zahlen müssen.

Brutto- oder Netto-Preis? Was zählt?

Es gibt zahlreiche Anwendungsbereiche für die Rechnung brutto-netto Dabei gibt es drei rote Fäden, die sich durch unser Finanzleben ziehen:

  • Preise
  • Gehälter und Löhne
  • Warengewichte

Ob wir Waren oder Dienstleistungen kaufen – in den meisten Fällen zahlen wir einen Bruttopreis, der die Mehrwertsteuer enthält. In machen Sachverhalten spielen jedoch auch die direkten Nettopreise eine wichtige Rolle:

Nettopreise
Bruttopreise
Bei einem Nettopreis handelt es sich um den Preis für Waren, auf die noch keine Steuer erhoben oder abgeführt wurde. Der Preis erscheint dann verhältnismäßig niedrig, da der Fiskus zum Beispiel die Mehrwertsteuer noch nicht aufgeschlagen hat.

Nettopreise haben vor allem für Unternehmen und Händler:innen eine zentrale Bedeutung, da sie in den meisten Fällen umsatzsteuerpflichtig sind. Aus diesem Grund bewerten sie beim Einkauf ihrer Waren immer nach dem Nettopreis – die Mehrwertsteuer können sie über den Vorsteuerabzug von ihrer Umsatzsteuerschuld abziehen. Diese steuerliche Verrechnungsmöglichkeit bringt Unternehmen in die komfortable Situation, bei der Beauftragung von Dienstleister:innen und dem Wareneinkauf keine Mehrwertsteuer abführen zu müssen. Daher sind für Unternehmen stets die Nettopreise relevant.
Bei einem Bruttopreis handelt es sich um die Summe aus dem Nettowarenwert plus Umsatzsteuer. Im Wege der sogenannten Handelskalkulation lassen sich die Bruttoverkaufspreise ermitteln.

Im Gegensatz zu Unternehmen, die vorsteuerabzugsberechtigt sind, müssen Verbraucher:innen stets Bruttopreise – also mit Mehrwertsteuer, bzw. der sogenannten Verbrauchersteuer – bezahlen. Aus diesem Grund ist der Bruttobetrag für Verbraucher:innen immer von Bedeutung.
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Preisangabeverordnung beachten

Handwerker:innen und Dienstleister:innen müssen nach der Preisangabenverordnung ihre Preise gegenüber Verbraucher:innenn immer brutto angeben! Auch ein Hinweis in den AGB, dass es sich lediglich um den Nettobetrag handelt, ist nicht zulässig. Der kommunizierte Preis ist bei Privatkund:innen immer der Endpreis.

Nettogewicht bei Verpackungen

Nicht nur bei Preisen und Gehältern spielen brutto und netto eine wichtige Rolle, sondern auch beim Warengewicht. Da in den meisten Fällen Waren in einer Verpackung stecken, die manchmal sogar ziemlich schwer ist, zeigt eine Kennzeichnung auf der Verpackung meistens das sogenannte Nettogewicht an. Das ist vor allem bei Lebensmitteln wichtig, wo oft sowohl Brutto- als auch Nettogewicht angegeben sind. Solche Informationen dienen in erster Linie dem Verbraucherschutz, da Käufer nicht für die Verpackung zahlen wollen, sondern für die Ware. Oft verzeichnen Verpackungen daher auch einfach nur das Nettogewicht.

Bruttogewicht beim Versand

Das Bruttogewicht spielt beim Versand von Waren eine wichtige Rolle. Hier ist das Gesamtgewicht ausschlaggebend, das transportiert werden soll. Beim Paketversand wird daher immer das Gesamtgewicht bei der Preisfindung veranschlagt. Das Bruttogewicht ergibt sich also aus der Summe des Warengewichts plus Verpackungsgewicht.

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Netto bei Skontozahlungen

Oft bieten Unternehmen sogenannte Skontozahlungen an. Dabei handelt es sich schlichtweg um einen Rabatt auf den fälligen Rechnungsbetrag. Im Falle einer Skontozahlung sollte dies auch mit einem Vermerk auf der Rechnung stehen und die Höhe zeigen. Oft ist dort eine Formulierung wie „4 Prozent Skonto innerhalb 14 Tage, 30 Tage rein netto“ zu finden. Damit räumt der Lieferant den Kund:innen eine zeitlich gebundene Skontozahlung ein. Wer also schneller – bzw. innerhalb der 14 Tage-Frist – zahlt, bekommt einen Rabatt.

Brutto- und Nettogehalt: Das bleibt übrig

Wer ins Berufsleben einsteigt, merkt schon bei der ersten Lohnabrechnung, dass die Höhe des Bruttogehalts zwar schön aussieht, am Ende aber nur ein Teil davon übrig bleibt. Der Staat fordert Steuern und Abgaben, um öffentliches Leben und Verwaltung zu finanzieren. Arbeitgeber:innen geben die Gehälter in den Arbeitsverträgen als brutto an, können sie aber nur netto überweisen.

Ein Bruttogehalt setzt sich daher aus dem Grundgehalt, der Lohnsteuer sowie dem Arbeitnehmer:innenanteil der Sozialabgaben zusammen. Ein Bruttogehalt muss also kräftig steuerlich Federn lassen, denn es fallen diverse Abgaben an:

Lohnsteuer
Die Rechtsgrundlage der Lohnsteuer ist das Einkommenssteuergesetz. Die Lohnsteuer (Abkürzung: LSt) ist demnach eine Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer. Diese Form der Quellensteuer auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit behalten Arbeitgeber:innen von Lohn und Gehalt des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin ein und führen sie an das Finanzamt ab.
Statt der Lohnsteuer ist die Einkommenssteuer für Selbstständige zur Besteuerung maßgeblich.
Krankenversicherung
In Deutschland hat der Gesetzgeber seit dem 1. Januar 2009 eine allgemeine Krankenversicherungspflicht (VVG § 193) vorgeschrieben. Wer in Deutschland seinen Wohnsitz hat, ist gesetzlich verpflichtet eine Krankenversicherung – gesetzlich oder privat – abzuschließen.
Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung regelt das Sozialgesetzbuch. Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer:innen in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das kann aber auch für Personen, die Kinder erziehen, Auszubildende, Selbstständige und noch einige weitere gelten.
Arbeitslosenversicherung
In erster Linie sind in der Arbeitslosenversicherung Beschäftigte bzw. Arbeitnehmer:innen pflichtversichert (§ 25 Abs. 1 Drittes Buch Sozialgesetzbuch – SGB). In der Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungspflicht bei jeder Lohnhöhe. Nach § 27 Abs. 2 SGB III ist in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wer eine geringfügige Beschäftigung ausübt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung wurde am 1. Januar 1995 eingeführt und schreibt eine umfassende Versicherungspflicht für alle gesetzlich und privat Versicherten fest. Alle, die gesetzlich krankenversichert sind, sind automatisch in der sozialen Pflegeversicherung versichert.
Unfallversicherung
Arbeitnehmer:innen sind gesetzlich für Arbeits- und Wegeunfälle und bei Berufskrankheiten abgesichert. Dabei handelt es sich um eine Pflichtversicherung, die Arbeitgeber:innen über die Berufsgenossenschaft abschließen und bezahlen müssen. Für Selbstständige gibt es die Möglichkeit der privaten Unfallversicherung.
Kirchensteuer
Wer Mitglied einer anerkannten Kirche ist, muss Kirchensteuer zahlen. In Deutschland ziehen die Finanzämter die Kirchensteuer ein und erhalten von den Religionsgemeinschaften dafür eine Aufwandsentschädigung.

Es ist kaum möglich pauschal zu sagen, wie viel Netto vom Brutto nach allen Abzügen übrig bleibt. Dies hängt immer mit den persönlichen Lebensumständen zusammen. Dazu kommen Faktoren wie Steuerklassen oder Versicherungsstatus. Von einem Bruttogehalt von 3.000 Euro bleiben bei Steuerklasse 1 zum Beispiel 1.970 Euro übrig, bei Steuerklasse 3 mit Kinderfreibetrag rund 2.260 Euro. Für die Berechnung gibt es diverse Lohnberechnungshilfen sowie Brutto-Netto-Tabellen und Rechner.

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Unterschiede nach Bundesländern

Bei der Berechnung von Nettogehältern spielen auch die jeweiligen Bundesländer eine Rolle, da die gegebenenfalls zu zahlende Kirchensteuer unterschiedlich hoch ausfällt. So beträgt in Bayern und Baden-Württemberg der Kirchensteuersatz acht Prozent, in den übrigen Bundesländern neun Prozent. Zudem gibt es auch länderspezifische Regelungen bezüglich der Pflegeversicherungen.

Brutto-Netto-Stundenlohn

Selbstverständlich gibt es nicht nur das klassische Jahresgehalt mit der monatlichen Auszahlung, sondern auch Jobs auf Stundenlohnbasis. Dies ist häufig bei Student:innen- oder Nebenjobs der Fall. Dabei zählt die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden für die Höhe des Monatslohns. Das heißt, dieser schwankt, so dass es schwerer ist, einen stabilen Nettolohn pro Monat zu errechnen, stattdessen gibt es einen festen Stundenlohn. Bei der Berechnung können zudem bestimmte Zuschläge für Nachtarbeit ins Gewicht fallen. Auch für die Ermittlung von Brutto- und Netto-Stundenlohn gibt es Rechner und Tabellen.

Zusammenfassung

Brutto-Netto zusammengefasst

  • Netto bedeutet rein (lat.) und steht für den von allen Abzügen, Steuern und Beiträgen bereinigten Teil einer geldwerten Leistung. Brutto bedeutet dagegen Summen und Waren in ihrer Gesamtheit. Die Regel ist: Netto ist immer ein Teil des Bruttos.
  • Bei einem Nettopreis handelt es sich um den Preis für Waren, auf die noch keine Steuer erhoben oder abgeführt wurde. Bei einem Bruttopreis handelt es sich um die Summe aus dem Nettowarenwert plus Umsatzsteuer.
  • Brutto in Netto umrechnen beruht auf einfachen mathematischen Formeln. Dabei ist Brutto immer der Gesamtbetrag, Netto dagegen der Restbetrag.
  • Für Brutto und Netto gibt es zahlreiche Anwendungsbereiche mit drei zentralen Themen: Preise, Gehälter und Warengewichte.
  • Ein Bruttogehalt setzt sich aus dem Grundgehalt, der Lohnsteuer sowie dem Arbeitnehmeranteil der Sozialabgaben zusammen.
  • Es ist kaum möglich pauschal zu sagen, wie viel Netto vom Brutto in der Lohntüte nach allen Abzügen übrig bleibt.
  • Bei der Berechnung von Nettogehältern spielen auch die jeweiligen Bundesländer eine Rolle, da die gegebenenfalls zu zahlende Kirchensteuer unterschiedlich hoch ausfällt.