Globalisierung
einfach erklärt

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Definition

Definition: Was ist Globalisierung?

Globalisierung bedeutet die weltweite Angleichung verschiedener Bereiche wie Kultur, Umwelt, Wirtschaft oder Politik. Die Verflechtung findet dabei gleichermaßen zwischen Personen, Staaten, Institutionen und Gesellschaften statt. Diese Entwicklungen zeigen sich einerseits in den internationalen Märkten von diversen Dienstleistungen und Waren als auch im alltäglichen Leben. Ein Beispiel für Globalisierung im Alltag ist das Internet: Unabhängig von Ort und Zeit haben Menschen jederzeit Zugriff auf Inhalte und Informationen im Netz. Es steht nicht fest, wann genau der Begriff der Globalisierung geprägt wurde: Ende der 1980er-Jahre fand er sich aber zunehmend in Büchern und dem allgemeinen Sprachgebrauch wieder.

Was ist die wirtschaftliche Globalisierung?

Bei der Globalisierung der Wirtschaft geht es um all die vernetzten Bereiche, die den internationalen Handel vorantreiben. Konkret geht es darum, dass die Globalisierung den Welthandel durch die Verflechtung globaler Märkte, der ständigen Kommunikation und des Kapital- und Warenverkehrs forciert. Die Globalisierung von Unternehmen äußert sich beispielsweise dadurch, dass die Produktion und der Verkauf von Waren und Dienstleistungen international stattfinden.

Dabei wird die wirtschaftliche Globalisierung durch eine Vielzahl von Faktoren hervorgebracht und begünstigt, beispielsweise:

Vereinfachter Transport

Ein wichtiger Grund ist, dass es zunehmend einfacher geworden ist, physische Distanzen zu überbrücken. Durch verbesserte Infrastrukturen und die verstärkte Nutzung von Eisenbahnen, Lkws, Schiffen und Flugzeugen ist es nun effizient und schnell möglich, Produkte aller Art in die gesamte Welt zu liefern.

Fortschrittliche Informationstechnologie

Dank des Internets ist es heutzutage möglich, unabhängig von Ort und Zeit mit Menschen weltweit zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Das führte zum einen zur Globalisierung des Arbeitsmarkts, sodass nun Dienstleistungen in Bereichen wie der Elektronik oder Medizin auch online geleistet werden können. Zum anderen erlaubt es Unternehmen auf diese Weise, ihr Angebot weltweit zu vertreiben und mit diversen Geschäftspartner, Mitarbeitenden und Kunden zu kommunizieren.

Politische Entwicklungen

Zudem begünstigten auch politische Entwicklungen Aspekte der Globalisierung im wirtschaftlichen Kontext. Dank der Liberalisierung des Weltmarkts wurde Unternehmen durch die Lockerung oder Aufhebung von Einfuhrzöllen oder -verboten der internationale Handel weiter erleichtert.

Info

Die 3 Phasen der Globalisierung

Die Definition von Globalisierung ist stark mit ihren drei Phasen verbunden. Der wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ansatz unterteilt diese in folgende Bereiche:

1. Phase (1950er und 1960er-Jahre): Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg durch die Internationalisierung von US-amerikanischen Firmen die Nachfrage nach diversen Konsum- und Investitionsgütern.

2. Phase (1970er und 1980er-Jahre): Die zweite Phase wurde durch den Kampf um kostengünstige Ressourcen sowie dem Aufstieg von informationstechnologischen Unternehmen wie Microsoft geprägt.

3. Phase (circa ab 1990): Diese anhaltende Phase ist durch die fortschreitende Glokalisierung dominiert - Unternehmen expandieren nicht nur in internationale Märkte, sondern gleichen ihr Angebot zudem an regionale Gewohnheiten an. Ein Beispiel für Glokalisierung sind TV-Formate, die an die Mentalität des jeweiligen Landes angepasst werden.

Was sind die Vor- und Nachteile von Globalisierung?

Um die Auswirkungen der Globalisierung besser zu verstehen, lohnt es sich einen Blick auf die Vor- und Nachteile dieser Entwicklung zu werfen:

Pro Globalisierung

  • Größeres Angebot: Dadurch, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, in weltweite Märkte zu expandieren, haben Konsumenten Zugang zu einem breiteren Angebot an Waren und Dienstleistungen.
  • Kulturelle Vielfalt: Die Vernetzung verschiedener Märkte brachte mit der Zeit auch eine Vernetzung diverser Kulturen mit sich. Durch die günstigere Mobilität von Personen und den effizienteren Warenverkehr ist es einfacher geworden, um die Welt zu reisen, neue Kulturen kennenzulernen und auszuwandern. Dank dieser Globalisierungsprozesse ist es heutzutage beispielsweise Standard, internationale Gerichte im eigenen Land zu finden.
  • Sinkende Preise: Technologische Effizienz und das Outsourcing von wichtigen Prozessen in kostengünstigere Länder hat dazu geführt, dass Preise für Waren und Dienstleistungen zunehmend sinken. Für Konsumenten sind diese Entwicklungen vorteilhaft, da sie durch attraktivere Preise erleichterten Zugang zu Produkten ihrer Wahl haben.
  • Entstehung neuer Arbeitsplätze: Da Unternehmen weltweit handeln, erschaffen sie neue Arbeitsplätze in den jeweiligen Ländern. Gleichzeitig erlaubt das Internet Menschen, ihre Arbeit von überall auf der Welt zu erledigen – besonders die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie effizient Homeoffice funktionieren kann.

Contra Globalisierung

  • Ausbeutung von Arbeitskräften: Die globalisierte Arbeitswelt hat allerdings auch dazu geführt, dass vor allem Arbeitskräfte in Entwicklungsländern zunehmend ausgebeutet werden. Internationale Unternehmen wie bekannte Fast-Fashion-Ketten lagern ihre Produktionsstätten in Länder mit günstiger Arbeitskraft aus. Darüber hinaus häuften sich in den letzten Jahren Berichte über unzulässige Kinderarbeit und inhumane Arbeitsbedingungen.
  • Verstärkte Umweltverschmutzung: Die ökonomische Globalisierung verstärkte in den letzten Jahren zunehmend die Umweltverschmutzung. Ein Grund dafür sind beispielsweise erhöhte Emissionen durch den stetigen internationalen Güterverkehr. Die zunehmende Produktion von günstiger Kleidung auf Basis von umweltschädlichen Stoffen wie Polyester begünstigt ebenfalls die Verschmutzung von Gewässern.
  • Förderung internationaler Konflikte: Je mehr Länder miteinander verflochten sind, desto mehr Konfliktpotenzial entsteht. Versuchen diverse Parteien ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen zu verteidigen, kann es zu globalen Krisen wie etwa zum Streit um Rohstoffe kommen.
  • Steuervorteile für Unternehmen im Ausland: Der Trend entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur dahingehend Produktionsstätten, sondern auch ganze Unternehmenssitze in steuergünstige Länder zu verlagern. Während Unternehmen in Deutschland ihre Gewinne mit rund 40 % versteuern müssen, fallen in Estland beispielsweise keine Steuern an. Durch die sogenannte „Steuerflucht“ verliert allein die EU jährlich rund 50 bis 70 Milliarden Euro jährlich – Gelder, die für das Allgemeinwohl der Gesellschaft bestimmt sind und nun fehlen.
Info

Wie wird Globalisierung gemessen?

Seit 2002 misst der KOF Index der Globalisierung die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Dimensionen der Globalisierung in 196 Ländern. Der Globalisierungsindex wurde von Axel Dreher konzipiert, dabei gilt: Je höher der Index, desto intensiver ist die Globalisierung in dem jeweiligen Land.

Wer sind die Verlierer und Gewinner der Globalisierung?

Wägt man alle Vorzüge und Probleme der Globalisierung ab, wird schnell klar, dass Industrieländer sowie qualifizierte Fachkräfte die echten Gewinner sind. Nie war es für diese Gruppen einfacher, Zugang zu Informationen, Bildung und Ressourcen zu bekommen und Prozesse derart effizient zu gestalten. Im Gegensatz dazu stehen jedoch unqualifizierte Arbeitskräfte sowie die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich. Internationale Unternehmen produzieren meist in Entwicklungsländern zu günstigen Konditionen und profitieren von steigenden Gewinnen. Währenddessen sind die Menschen dort jedoch erschwerten Arbeitsbedingungen ausgesetzt und letztlich die Verlierer des globalen Wettbewerbs.

Zusammenfassung

Globalisierung zusammengefasst

  • Globalisierung wird als weltweite Angleichung von Bereichen wie Kultur, Umwelt, Wirtschaft und Politik definiert, die sich zu den wichtigsten Antriebskräften der Globalisierung entwickelt haben.
  • Die Ursachen sind vor allem die Verbreitung innovativer Technologien wie dem Internet, der vereinfachte Gütertransport sowie die Liberalisierung des Weltmarkts.
  • Einer der wichtigsten Akteure der Globalisierung sind Unternehmen: Durch die internationale Vermarktung ihrer Waren und Dienstleistungen tragen sie dazu bei, dass sich diverse Kulturen annähern und Menschen besseren Zugang zu Informationen, Ressourcen und Produkten ihrer Wahl haben.
  • Die Globalisierung birgt Chancen und Risiken gleichermaßen: Neben sinkenden Preisen und einem breiten Produktangebot werfen die Ausbeutung von Arbeitskräften in Entwicklungsländern und die Umweltbelastung Fragen für die Zukunft auf.
  • Ernstzunehmende Herausforderungen sind außerdem die Entstehung von Arbeitslosigkeit durch zunehmendes Outsourcing sowie die „Steuerflucht“ von Unternehmen in steuergünstige Länder.
  • Seit 2002 werden mithilfe des KOF Index der Globalisierung die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereiche der Globalisierung in 196 Ländern gemessen.