Inflation
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Definition

Inflation – was ist das?

Der Begriff Inflation bedeutet übersetzt so viel wie „aufblähen, aufschwellen“ und stammt vom lateinischen Wort „inflatio“ ab. Sie bezeichnet die allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen. Dies heißt im Umkehrschluss, dass sich die Kaufkraft des Geldes ändert und man für dieselbe Geldeinheit weniger Waren als zuvor erhält. Ein Beispiel für Inflation: 100 Euro sind zwar 100 Euro wert, man kann jedoch weniger für diesen Betrag kaufen.

Wie wird Inflation gemessen?

Die Definition der Inflationsrate, oder auch Teuerungsrate, bezeichnet die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Inflation wird anhand eines fiktiven Warenkorbs gemessen und berechnet, der alle Produkte und Dienstleistungen enthält, die durchschnittliche private Haushalte innerhalb eines Jahres konsumieren und in Anspruch nehmen. Die Verbraucherpreise der im Warenkorb enthaltenen Güter und Dienstleistungen können sich mit der Zeit ändern. Die jährliche Inflationsrate berechnet man nun, indem der Preis des Warenkorbs in einem bestimmten Monat mit dem im selben Monat des Vorjahres verglichen wird.

Das Niveau der Preise stabil zu halten gehört zum vorrangigen Bestreben der Zentralbanken. Eine konstant leichte Teuerung ist erwünscht, die Europäische Zentralbank (EZB) möchte die Inflationsrate nahe bzw. unter 2 % halten. Die dadurch langsam steigenden Preise sollen Verbraucher:innen und Unternemer:innen dazu ermutigen, Investitionen zu tätigen und nicht aufzuschieben.

Die Inflationsrate in Deutschland

Die Inflationsrate in Deutschland lag in den vergangenen Jahren recht konstant zwischen 1,1 und 1,8 Prozent. Wegen des Ausbruchs der Coronapandemie und dem damit verbundenen Einbruch der Wirtschaft ist sie im September 2020 auf 0,2 Prozent abgefallen.
Dies freut Verbraucher:innen, da die niedrige Inflation 2020 darauf hindeutet, dass die Preise relativ stabil sowie günstig sind und dies zunächst bleiben werden.
Ökonomen sehen dies hingegen als ein untrügliches Zeichen für weniger Anstieg, da Unternehmen Investitionen aufschieben und somit das Wirtschaftswachstum bremsen könnten.

Die Inflation in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren

Jahr
Inflationsrate in Prozent
2011
2,1
2012
2,0
2013
1,4
2014
1,0
2015
0,5
2016
0,5
2017
1,5
2018
1,8
2019
1,4
2020*
0,5
2021*
1,3

* Prognose des Statistischen Bundesamtes

Inflation – Deflation: Was ist der Unterschied?

Mit Deflation bezeichnet man das Gegenteil von Inflation: Die Preise für Güter und Dienstleistungen sinken und der Geldwert steigt langfristig gesehen an. Die Deflation hat negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, denn Unternehmen müssen auf die sinkenden Preise reagieren, indem sie:

  • Arbeitskräfte entlassen
  • Löhne senken
  • Die Produktion runterkurbeln
  • Weniger Gewinn machen

Auch Verbraucher:innen reagieren auf Deflation: Es wird weniger konsumiert, da man ständig auf einen günstigeren Preis hofft. Des Weiteren geben Banken weniger Kredite aus und der Wert der Schulden steigt an.

Ursachen und Arten der Inflation

Bei der Entstehung von Inflation auf Grund von Preissteigerungen für Güter unterscheidet man verschiedene Arten nach Herkunft, Ursachen und Geschwindigkeit.

Herkunft

  1. Hausgemachte Inflation: Die Ursachen dieser Art der Inflation finden sich in der inländischen Wirtschaft.
  2. Importierte Inflation: Man spricht von importierter Inflation, wenn ein Land stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängig ist und es im Ausland zu Preissteigerungen kommt.

Ursachen

  1. Nachfrageinflation: Die Ursache für diese Art der Inflation ist, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist. Unternehmen können ihre Produktion so kurzfristig nicht erhöhen, infolgedessen steigen die Preise.
  2. Angebotsinflation: Entsteht, wenn gestiegene Kosten von Unternehmen an Konsumenten:innen weitergegeben werden. Sie führt schnell zu einer „Lohn-Preis-Spirale“: Durch die Preissteigerungen verlangen Beschäftigte höhere Löhne, wodurch wiederum die Produktionskosten der Unternehmen steigen.

Geschwindigkeit

  1. Schleichende Inflation: Zeichnet sich durch eine geringe Preissteigerung aus.
  2. Trabende Inflation: Hat eine mittlere Preissteigerung.
  3. Galoppierende Inflation: Die Preise steigen sehr stark an.
  4. Hyperinflation: Hat eine extrem hohe Preissteigerung. Die Inflation des Jahres 1923 ist ein Beispiel hierfür.

Inflation: Das sind die Auswirkungen und Folgen

Die steigende Inflation kann verschiedene Folgen und Auswirkungen für Wirtschaft und Verbraucher:innen haben:

  • Die Menschen können sich für ihr Geld weniger kaufen.
  • Die Kaufkraft und der Wert des Geldes sinken.
  • Unternehmen investieren bei höheren Preisen weniger.
  • Sie müssen ihre Abgabepreise erhöhen, um Kosten zu decken.
  • Die Sparneigung der Menschen sinkt, da sie vermehrt in Sachwerte investieren.

Wann wird eine Inflation gefährlich?

Mit dem gemäßigten Anstieg der Preise erfüllt Inflation eine wichtige Aufgabe: Sie zeigt an, welche Güter und Dienstleistungen gerade begehrter sind. Unternehmen wissen daher, was gerade begehrt ist, wovon mehr produziert werden muss und was stattdessen in den Regalen liegen bleibt. Mit den Preisen wird Knappheit oder Überschuss signalisiert.
Wenn die Inflation nun jedoch Fahrt aufnimmt, gerät alles ins Wanken. Unternehmen und Verbraucher:innen wissen nicht mehr genau, was die Preise bedeuten, der Wert des Geldes verfällt rasant. Wenn Inflation in diesem Maße aus dem Ruder läuft, wird sie gefährlich und richtet großen Schaden an – so wie im Fall der Inflation von 1923.

Die Hyperinflation von 1923:

Sie begann als Spätfolge des ersten Weltkrieges, während dem sich Deutschland extrem verschuldete, und wurde durch die enormen Schadensersatzforderungen des Versailler Friedensvertrages noch verstärkt. Das Deutsche Reich hatte also zu Beginn der 1920er Jahre nicht nur bei den Siegermächten enorme Schulden, sondern auch bei der eigenen Bevölkerung. Diese hatte dem Staat in Form von Kriegsanleihen millionenschwere Summen für die Deckung der Kriegskosten vorgestreckt. Deutschland geriet in einen Strudel der dramatischsten Geldentwertung, die das Land jemals erlebt hatte: Um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, brachte die Regierung immer mehr Geld in Umlauf, obwohl es für die stetig steigende Anzahl an Banknoten keine materiellen Gegenwerte im Land gab – die Hyperinflation nahm ihren Lauf. Immer mehr Geld war bald immer weniger wert, Löhne sowie Preise für Güter und Dienstleistungen explodierten. Unternehmen bezahlten ihre Beschäftigte zunächst wöchentlich, anschließend täglich. Arbeitnehmer:innen mussten ihren Lohn direkt nach Erhalt wieder ausgeben, da sie sonst Gefahr liefen, dass sie sich Tage oder manchmal sogar Stunden später keine Waren davon kaufen konnten.

Preisverfall 1923

Preise am 9. Juni 1923 in Berlin
Preise am 12. Dezember 1923 in Berlin
1 Liter Milch – 1440 Reichsmark
1 Liter Milch – 360 Milliarden Reichsmark
1 Ei – 800 Reichsmark
1 Ei – 320 Milliarden Reichsmark
1 Kilo Kartoffeln – 5000 Reichsmark
1 Kilo Kartoffeln – 90 Milliarden Reichsmark

Schutz vor Inflation: Das können Sie tun

Mit steigender Inflation sinkt auch der Wert des angesparten Privatvermögens. Um Ihr Vermögen langfristig vor Geldentwertung zu schützen, sollten Sie es verlustfrei anlegen. Wir haben einige Möglichkeiten zusammengestellt:

  • Nutzen Sie Ihr Tagesgeldkonto nur für die eiserne Reserve, um unvorhergesehene Kosten begleichen zu können. Die Verzinsung des Tagesgeldes liegt momentan bei unter 1 %. Es empfiehlt sich daher, höchstens zwei bis drei Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto anzulegen.
  • Mit Aktien können Sie Ihr Vermögen selbst in Zeiten hoher Inflation schützen. Da diese Art der Kapitalanlage bedingt durch schwankende Kurse zu den risikoreichen zählt, sollten Sie nur einen Teil Ihres Privatvermögens investieren. Setzen Sie auf einen breiten Aktienindex mit vielen verschiedenen Unternehmen. So stehen die Chancen gut, dass Sie Ihr Vermögen vor Inflation schützen.
  • Auch eine Kapitalanlage in Sachwerte eignet sich als Schutz vor Inflation. Hier empfiehlt sich die Investition in Edelmetalle wie Gold, Platin und Silber, da sie nicht beliebig vermehrbar sind. Jedoch gilt auch hier die Devise, nicht das gesamte Vermögen zu investieren, da es sich wie bei Aktien um eine spekulative Kapitalanlage handelt.

Eine breite Streuung des Vermögens und die Investition in verschiedene Kapitalanlagen bieten also den besten Schutz vor Inflation.

Zusammenfassung

Inflation zusammengefasst

Was ist eine Inflation?

  • Inflation bezeichnet die Änderung der Kaufkraft des Geldes, Waren und Dienstleistungen werden teurer.

Was bedeutet steigende Inflation für Verbraucher:innen?

  • Verbraucher:innen erhalten aufgrund der Teuerung weniger Waren und Dienstleistungen für ihr Geld.

Das bedeutet Inflation für Kredite, Finanzen und Sparer:innen:

  • Mit steigendem Preisniveau verlieren Schulden an Wert, Kredite können somit schneller abbezahlt werden.
  • Sparer:innen müssen Ihr Vermögen inflationssicher anlegen, da es durch steigende Teuerung an Wert verliert.

Was passiert mit den Zinsen bei einer Inflation?

  • Eine Verringerung der Zinsen führt dazu, dass mehr Personen einen Kredit aufnehmen können. Dies führt zu höheren Ausgaben, wachsender Wirtschaft und steigender Inflation.
  • Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Zinsen steigen: Die Kosten für Kapital steigen, die Menschen sparen mehr.
  • Die Notenbanken verfolgen eine ausgeglichene Preissteigerung von ca. 2 % im Jahr.
  • Die Zinsen werden von den Notenbanken in regelmäßigen Abständen angepasst, um die Inflationsentwicklung einzugrenzen, ohne die Wirtschaftsentwicklung zu drosseln.

Die aktuelle Inflationsrate:

  • Nachdem die Euro-Inflationsrate bedingt durch die Coronapandemie im Jahr 2020 gesunken ist, legte sie im Januar erstmals wieder zu.
  • Die aktuelle Inflationsrate lag im Januar 2021 bei + 1,0 %.