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Daytrading
‍einfach erklärt

EC-Zahlungsgerät das gerade eine Rechnung druckt. Drumherum liegen Münzen und Rechnungen.
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Definition

Was ist Daytrading?

Mit Daytrading bezeichnet man den sehr kurzfristigen Handel mit Wertpapieren oder Derivaten. Da Daytrader häufig auf Hebelprodukte setzen, sind sowohl hohe Gewinne als auch hohe Verluste möglich.

Daytrading im Überblick

Das Daytrading hat seinen Namen daher, dass Anleger in der Regel ihre Werte innerhalb eines Tages kaufen und verkaufen. Häufig öffnen und schließen sie ihre Positionen sogar innerhalb weniger Minuten oder gar Sekunden. Daytrader wollen damit zwei Faktoren vermeiden:

  • Gaps
  • Gebühren

Sogenannte Gaps sind Kurslücken, die sich über Nacht ergeben und die mitunter zu großen Verlusten führen können. Um das zu verhindern, begrenzen Daytrader ihre Börsengeschäfte auf den Zeitraum eines Tages.

Auch Gebühren für das Halten bestimmter Positionen über Nacht entgehst du mit der kurzfristigen, tagesaktuellen Anlagestrategie.

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Das Ziel des Daytradings

Daytrader verfolgen mit ihrer spekulativen Strategie das Ziel, kurzfristige Kursschwankungen auszunutzen. Sie können dabei in beide Richtungen Geld verdienen:

  • Mit steigenden Kursen (sogenannte Long-Positionen)
  • Mit fallenden Kursen (sogenannte Short-Positionen)

Gefahren und Chancen: Lohnt sich Daytrading?

Daytrader setzen häufig auf Hebelprodukte, um ihre Gewinne möglichst zu maximieren. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass genau hier große Gefahren beim allgemeinen Trading lauern. Denn der Hebel bedeutet, dass du beim Daytrading dein eigenes Kapital nur zu einem geringen Teil einsetzt. Den größten Teil des Geldes für das spekulative Investment leihst du dir normalerweise bei Broker in Form eines kurzfristigen Kredits.

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Wie funktioniert Daytrading mit Hebeln?

Du kannst auf ein Produkt mit einem Hebel von 1:20 investieren. Das bedeutet, dass du nur ein Zwanzigstel des Investments aus deinem eigenen Kapital bestreitest. Den Rest, also 19 Zwanzigstel, leihst du dir dagegen bei Brokern.

Setzt du mit dem Geld auf steigende Kurse und die Märkte bewegen sich tatsächlich nach oben, machst du Gewinn.

Schon geringe Kursbewegungen können sich dabei beachtlich auswirken. Steigt der Kurs nur um ein Prozent, erzielst du mit dem eingesetzten Kapital einen Gewinn von 20 Prozent. Grund dafür ist der Hebel von 1:20, für den du dich im Vorfeld entschieden hast.

Wie viel Geld du hier am Ende des Tages verdienst, hängt von ganz individuellen Faktoren ab. Pauschal kannst du nicht vorhersehen, wie viel Geld du mit Daytrading verdienen kannst. Denn auf der anderen Seite sind auch große Verluste mit dieser spekulativen Anlage möglich.

Fällt der Kurs um zwei Prozent, verlierst du bereits 40 Prozent deines gesamten Einsatzes. Damit hast du auch Geld verloren, das du in Form eines Kredits von Brokern erhalten hast. Besteht eine Nachschussverpflichtung, können sich die Verluste sogar auf über 100 Prozent des eingesetzten Kapitals belaufen.

Wie und wo daytraden?

Zu den Finanzprodukten, die beim Daytrading gehandelt werden, gehören:

  • Wertpapiere
  • Edelmetalle
  • Rohstoffe
  • CFDs (Contracts for Difference)
  • Futures
  • Währungen (Forex)
  • ETFs
  • Indizes
  • Kryptowährungen

Dabei sind in der Regel eher Derivate statt Aktien oder ETFs beim Daytrading beliebt. Für Erstere benötigst du weniger Kapitaleinsatz für deine Spekulation, da Derivate mit Hebeln arbeiten.

Beim Daytrading nutzt du vor allem kurzfristige Kursschwankungen zu deinem Vorteil aus. Daher sind besonders die Werte mit hohen Kursschwankungen interessant. In der Fachsprache wird das als Volatilität bezeichnet. Daneben ist es auch wichtig, dass die Werte über eine hohe Marktliquidität verfügen. Das bedeutet, dass du diese einfach und schnell kaufen bzw. verkaufen kannst.

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Der Forex-Markt

Daytrading läuft häufig über den Forex-Markt, der auch als FX-Markt bekannt ist. Die Abkürzung FX steht dabei für Foreign Exchange, also Fremdwährung. An diesem Markt handeln Anleger mit verschiedenen Währungen und versuchen mit dem Wechselkurs Gewinne zu erzielen.

Der Forex-Markt ist einer der meistgehandelten Finanzmärkte der Welt und daher für Daytrader besonders attraktiv. Denn für das Daytrading ist ein großes Handelsvolumen eine wichtige Voraussetzung, den der Forex-Markt mit fünf Billionen Dollar pro Tag erfüllt.

Noch dazu kannst du an diesem Markt jeden Tag pro Woche rund um die Uhr traden.

Ebenfalls beliebt beim Daytrading sind die CFD-Märkte, an denen du mit verschiedenen Anlageklassen handeln kannst.

Daytrading Strategien

Obwohl das Daytrading hoch spekulativ ist, bedeutet das nicht, dass es keine Strategien gibt. Diese drei kommen am häufigsten vor:

Scalping

Hierbei verfolgst du das Ziel, beim Daytrading in kurzer Zeit möglichst viele Transaktionen mit kleinen Gewinnen zu öffnen und zu schließen.

Risiken bestehen natürlich auch bei dieser Strategie. Daher musst du beim Scalping sehr konsequent sein und darauf achten, deine Verluste rechtzeitig zu begrenzen. Diese Form des Daytradings setzt auf Schnelligkeit sowie auf ein gutes Gespür für den Markt. Nur so kannst du damit langfristig erfolgreich sein.

Breakout

Hier achtest du auf große Bewegung im Markt. Diese kann zum Beispiel in Folge einer Meldung entstehen, die den Kurs der Aktie (oder des Basiswertes bei Derivaten) nach oben oder unten schnellen lässt. Bei dieser Daytrading-Strategie versuchst du, diese starke Kursbewegung auszunutzen und daraus Kapital zu schlagen.

Pullback

Diese Strategie ist eher für erfahrene Anleger geeignet. Du wettest hierbei bewusst gegen den Trend.

Für erfolgreiches Daytrading musst du hier zukünftige Entwicklungen an den Märkten möglichst präzise erahnen. Erfahrene Daytrader orientieren sich an bestimmten Signalen, wie zum Beispiel den sogenannten Pivot Punkten. Diese sind auch als Umkehrpunkte oder Wendepunkte bekannt, da sie Indikatoren dafür sind, wann sich der Markt wahrscheinlich umkehren wird.

Chartanalyse im Daytrading

Neben den verschiedenen Strategien kannst du auch die Möglichkeiten der Chartanalyse nutzen, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Einsteiger ins Daytrading sollten sich unbedingt mit der Analyse von Charts auseinandersetzen.

Häufig beginnt der Arbeitstag von Daytradern damit, die Kursbewegungen bestimmter Werte nach sich wiederholenden Gesetzmäßigkeiten zu durchsuchen. Aus dieser Analyse leiten sie im nächsten Schritt die zukünftige Kursentwicklung ab und richten ihre Strategie danach aus:

  • Kommen sie zu dem Ergebnis, dass sich der Wert in einem Abwärtstrend befindet, öffnen sie eine Short-Position und setzen damit auf fallende Kurse.
  • Ergibt die Analyse des Charts dagegen einen Aufwärtstrend, eröffnen sie eine Long-Position, mit der er von steigenden Kursen profitieren kann.

Daytrading Plattformen: Hier kannst du daytraden

Broker sind für das Daytrading wichtig, denn ohne sie ist es nicht möglich, die Titel zu handeln. Es gibt einige Vertreter, die sich bei ihren Angeboten auf Kleinanleger spezialisiert haben. Daher ist seit einiger Zeit der Daytrading-Markt auch für diese Gruppe zugänglich.

Mittlerweile kannst du sogar Daytrading-Geschäfte über eine App ausführen. Theoretisch kannst du damit auch von unterwegs über das Smartphone daytraden.

Broker, bei denen Daytrading möglich ist, sind zum Beispiel:

  • Trade Republic
  • eToro
  • Plus500
  • Libertex
  • FXCM

Bevor du dich für einen Broker entscheidest, solltest du die Kosten vergleichen. Vor allem beim Scalping öffnest und schließt du hier täglich viele Positionen. Fallen bei jedem Trade hohe Order-Gebühren an, zahlt sich diese Strategie unter Umständen nicht aus.

Übersicht der Faktoren:

Ordergebühren
Depotgebühren
Fremdgebühren
Verschiedene mögliche Modelle:
  • Flatrates
  • Mindestpreise
  • Bestimmter Prozentsatz der Order
Die meisten Daytrading- Broker bieten kostenlose Depots.
Banken verlangen in der Regel nach wie vor Gebühren.
Diese Kosten werden fällig, wenn Wertpapiere an einer Börse gekauft werden.
Beispiel:
DAX-Titel schlagen an der Frankfurter Börse mit 0,08 Prozent zu Buche.

Daytrading lernen: Das sollten Anfänger beachten

Einer der Tipps für den Einstieg ins Daytrading ist ein sogenanntes Demokonto oder ein Daytrading Simulator. Viele Broker bieten derartige Demokonten für den Anfang an.

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Vorteil der Daytrading Simulatoren

Du nutzt nur Spielgeld und kannst dich ohne Risiko mit den Funktionen der Broker vertraut machen. Hast du genügend Erfahrung gesammelt, kannst du von dem Demo- zu einem Live-Konto wechseln und direkt mit dem Daytrading beginnen.

Daytrading für Einsteiger: Wie viel Startkapital brauche ich?

Handle nur mit so viel Geld, auf das du im Zweifel ohne größere Probleme verzichten können.

Auf der anderen Seite sollte das Startkapital aber nicht zu gering sein:

  • Wenn du nur wenig Kapital zur Verfügung hast, lässt du dich vielleicht einfacher zu riskanten Trades verleiten, die hohe Rendite versprechen, jedoch äußerst risikoreich sind und sich nur selten auszahlen.
  • Eine weitere Gefahr bei zu geringem Startkapital betrifft die verschiedenen Gebühren, die beim Daytrading anfallen. Wenn du nur wenig Geld investieren kannst oder möchtest, verpasst du unter Umständen wichtige Chancen, weil du zu sehr darauf achtest, die Ordergebühren möglichst gering zu halten.

Um all das zu vermeiden, raten einige Daytrading-Experten dazu, mindestens 10.000 Euro als Startkapital einzusetzen.

Daytrading und Steuern

Gewinne aus dem Daytrading musst du wie bei anderen Aktiengeschäften auch im Rahmen der Kapitalertragssteuer versteuern. In der Regel liegt der Steuersatz bei 25 Prozent. Letztlich ist dieser jedoch von deinem persönlichen Steuersatz abhängig. Das liegt an der sogenannten Günstigerprüfung des Finanzamts. Diese bewirkt, dass bei einem persönlichen Steuersatz unter 25 Prozent auch Erträge aus Wertpapiergeschäften mit dem günstigeren Steuersatz belegt werden.

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Freistellungsauftrag

Du kannst deinem Broker einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Auf diese Weise werden erst Kapitalerträge, die über 1.000 Euro pro Jahr liegen, versteuert.

In Deutschland ansässige Broker führen direkt die Steuern deiner Gewinne selbstständig ab. Bei ausländischen Brokern bist du hingegen selbst dafür verantwortlich, die Kapitalerträge zu versteuern. Das geschieht in der Regel im Rahmen der Steuererklärung und damit nach Ablauf des Steuerjahres. Damit kannst du deine Gewinne aus dem Daytrading länger im Depot halten, da diese erst später versteuert werden.

Zusammenfassung

Daytrading zusammengefasst

  • Daytrading ist eine Form der Geldanlage, die äußerst riskant und spekulativ ist.
  • Mithilfe von Charts versuchen Daytrader zukünftige Entwicklungen vorherzusehen und so Gewinne zu erzielen.
  • Daytrader nutzen daneben weitere Strategien, wie zum Beispiel die Scalping- oder die Pullback-Strategie, um möglichst hohe Renditen zu erzielen.
  • Einsteiger ins Daytrading sollten mit einem Demokonto oder Simulator starten, bevor sie reales Kapital einsetzen.
  • Das Startkapital sollte ausreichend hoch sein, um die anfallenden Gebühren bezahlen und Verluste verkraften zu können.
  • Personen, die Daytrading professionell betreiben möchten, müssen viel Selbstdisziplin und Frustrationstoleranz mitbringen, denn Fehleinschätzungen beim Daytrading sind an der Tagesordnung.