Saldo
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Definition

Was bedeutet der Begriff Saldo?

Als Saldo wird der Differenzbetrag bezeichnet, der sich aus Aufrechnung der Soll- und Haben-Seite eines Kontos ergibt. Um die Höhe des Saldos zu bestimmen, werden die Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnet. Umgangssprachlich wird der Begriff Saldo oft als Synonym zum aktuellen Kontostand genutzt.

Positiver und negativer Saldo

Der Saldo ist immer ein Gewinn oder Verlust. Er entsteht aus der Differenz der Soll- und der Habenseite des einzelnen Kontos. Zu einem bestimmten Zeitpunkt (meist monatlich) wird der Kontensaldo ermittelt. Es wird zwischen zwei Arten von Saldo unterschieden:

  1. Habensaldo oder positiver Saldo: Dabei ist die Habenseite des Kontos größer als die Sollseite und daher der Saldo positiv. Manchmal wird dieser Zustand als Plus Saldo bezeichnet.
  2. Sollsaldo oder negativer Saldo: Hier ist die Sollseite des Kontos größer als die Habenseite, der Saldo ist negativ oder steht im minus. Ein Minus Saldo bedeutet, dass Schulden vorhanden sind.

Der Saldo des Bankkontos

Der Saldo des Bankkontos wird aus den Geldbewegungen auf beispielsweise dem Girokonto ermittelt.

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Was bedeutet Gesamtsaldo?

Die Bank berechnet jeweils den Tagessaldo für jedes einzelne Konto sowie den Gesamtsaldo aller Bestandskonten. Im Online-Banking sind die Posten direkt einsehbar. Auch auf den Kontoauszügen ist der aktuelle Saldo des Bankkontos aufgeführt.

Bei einem lang anhaltenden negativen Saldo entstehen Schulden bei der Bank, das Konto ist überzogen. Sofern der Dispokredit nicht ausreichend ist, wird die Bank sich melden. Außerdem werden ab dem ersten Tag im negativen Saldo Sollzinsen fällig.

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Wann können Kontostand und Saldo unterschiedlich sein?

Der aktuelle Kontostand unterscheidet sich in manchen Fällen vom Saldo, da der Saldo auch Bewegungen einbezieht, die beispielsweise per Online-Banking erst am Ende des Tages (Mitternacht) abgebucht werden und bereits vorgemerkt sind.

Saldo berechnen: So geht´s

Um den Saldo zu berechnen, werden alle Ein- und Abgänge des Kontos benötigt. Dazu gehören:

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen/Überweisungen
  • Durchlaufende Posten wie Mietkosten
  • Gutschriften

Klarer wird die Berechnung des Saldos auf dem Girokonto an einem Beispiel:

Posten
Buchungssumme
Gehalt

+ 5000 Euro
Miete

- 800 Euro
Ausgaben für Essen

- 300 Euro
Versicherungen

- 150 Euro
Saldo
+ 3750 Euro

Der Saldo auf dem Bankkonto gibt also Auskunft darüber, wie viel Geld aktuell noch auf dem Konto vorhanden ist. Er ist damit ein einfaches Mittel, um auf einen Blick zu erkennen, ob noch Ausgaben gemacht werden können oder nicht.

Tagessaldo vs. Abschlusssaldo

Zudem wird bei Bankkonten zwischen zwei Saldenarten unterschieden:

  1. Tagessaldo: Dieser ist tagesaktuell, das heißt, die Bank zieht dabei alle Buchungen eines Tages in Betracht. Daraus wird der aktuelle Kontostand ermittelt.
  2. Abschlusssaldo: Laut § 355 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches (HGB) muss mindestens einmal pro Jahr ein Abschlusssaldo errechnet werden. Der Abschlusssaldo ist eine Zusammenfassung aller Buchungen wie Zinsbuchungen, Abbuchungen oder Gutschriften.
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Abschlusssaldo bei Privat- und Geschäftskonten

Der Turnus für die Erstellung der Abschlusssalden unterscheidet sich bei Privat- und Geschäftskonten. Da Unternehmen die Abschlusssalden für Steuerermittlungen wie die Umsatzsteuervoranmeldung benötigen, werden die Abschlusssalden von Geschäftskonten in der Regel monatlich berechnet.

Restsaldo bei Krediten

Wenn Kredite abgelöst werden, besteht meist noch eine Restschuld des Kreditnehmers bzw. der Kreditnehmerin an den oder die Kreditgeber:in. Diese wird als Restsaldo in der Schlussabrechnung ausgewiesen und beinhaltet sowohl noch ausstehende Ratenzahlungen als auch Zinsen und Gebühren.

Saldo in der Buchhaltung

In der doppelten Buchführung gibt der Saldo darüber Auskunft, ob die Soll- und Habenseite einer Bilanz ausgeglichen sind. Auch hier werden beide Seiten gegengerechnet. Der Saldo wird auf der Soll- oder Habenseite als Ausgleichsposten eingesetzt.

Ziel ist es, einen genauen Überblick über die Finanzen, also die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens, zu erhalten. Jedes Konto in der Bilanz hat einen Saldo. Der Gesamtsaldo der Buchhaltung ergibt sich dann aus der Summe aller Salden.

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Was bedeutet Saldovortrag?

Der Saldovortrag entsteht beim Jahresabschluss. Der Saldo muss immer ins neue Geschäftsjahr umgebucht werden und daher in der Buchhaltung dementsprechend vermerkt werden.

Dazu gehören beispielsweise folgende Kategorien:

  • Anlagen
  • Darlehen
  • Durchlaufende Posten
  • Erhaltene Anzahlungen
  • Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltszahlungen
  • Ausgegebene Gutscheine
  • Debitoren und Kreditoren
  • Kasse/Kreditkarten

Die Saldenbestätigung

Der Saldo eines Kontos wird regelmäßig mit der sogenannten Saldenbestätigung belegt. Das heißt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die Aufstellung aller Posten eines Kontos erfolgt. Klassischerweise erfolgt diese Aufstellung im Zuge der Jahresabschlussprüfung eines Unternehmens. Diese Eigenschaften hat eine Saldenbestätigung:

  • Forderungen und Verbindlichkeiten sind aufgelistet: Darin enthalten sind alle offenen Posten, die ein Unternehmen noch zu zahlen oder zu erhalten hat.
  • Die Saldenbestätigung muss schriftlich erfolgen und gegengezeichnet werden.

Ziel der Saldenbestätigung ist eine Anerkennung aller offenen Posten. Das heißt: Ist die Bestätigung erstmal unterzeichnet, sind Reklamationen zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr möglich.

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Was bedeutet Saldo nach Titulierung?

Eine titulierte Forderung bedeutet, dass gerichtlich festgestellt wurde, dass eine Forderung bei einem oder einer Gläubiger:in offen ist und ein Vollstreckungsbescheid erlassen wurde. Dieser „Saldo tituliert“ wird bei der Schufa eingetragen.

Zusammenfassung

Der Saldo zusammengefasst

  • Der Saldo ist der Differenzbetrag aus allen Posten der Soll- und Habenseite.
  • Es gibt positive und negative Salden.
  • Der Saldo von Bankkonten muss mindestens einmal pro Jahr erstellt werden – bei Geschäftskonten geschieht das in der Regel einmal pro Monat.
  • In der Buchhaltung gibt der Saldo Auskunft darüber, ob die Soll- und Habenseite der Bilanz ausgeglichen ist.
  • Die Saldenbestätigung belegt Forderungen, die noch nicht geleistet wurden.