Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer und Vorsteuer 2018-04-24T08:33:45+00:00

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer und Vorsteuer einfach erklärt

Die Umsatzsteuer (USt) ist eine Steuer, die auf Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen erhoben wird. Sie beträgt in Deutschland in der Regel 19 Prozent. Es gibt aber auch einen reduzierten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, zum Beispiel auf Bücher oder Lebensmittel. Wir erläutern Ihnen nachfolgend, was sich hinter dem Begriff Umsatzsteuer verbirgt und was sie von der Mehrwertsteuer und der Vorsteuer unterscheidet. Darüber hinaus erklären wir Ihnen, wie die Umsatzsteuer ordnungsgemäß verbucht wird.

Was ist Umsatzsteuer?

Auf fast alle Produkte und Dienstleistungen, die in Deutschland verkauft werden, muss eine Umsatzsteuer aufgeschlagen werden. Die Umsatzsteuer beträgt laut § 12 des Umsatzsteuergesetzes 19 %. Es gibt aber für bestimmte Waren und Leistungen auch einen vergünstigten Steuersatz von 7 %. Der Preis für ein Produkt inklusive Umsatzsteuer wird auch als Bruttopreis, der Preis exklusive Umsatzsteuer als Nettopreis bezeichnet:

Nettoverkaufspreis + Umsatzsteuer = Bruttoverkaufspreis

Definition der Umsatzsteuer

In Bezug auf die Steuerart gibt es je nach Fragestellung unzählige Definitionen für die Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer ist eine…

  • Verkehrssteuer und Verbrauchssteuer: Worauf wird die Umsatzsteuer erhoben?
    Die Umsatzsteuer belastet den Konsum von Gütern und Dienstleistungen, indem der Austausch (Verkehr) dieser Leistungen besteuert wird.
  • Gemeinschaftssteuer: Wer erhält die Umsatzsteuer?
    Die Umsatzsteuer fließt Bund, Ländern und Gemeinden zu – jedoch nicht zu gleichen Teilen. Derzeit ist die Aufteilung der Umsatzsteuer wie folgt geregelt:
    – Anteil des Bundes: ca. 52 %
    – Anteil der Länder: ca. 46 %
    – Anteil der Gemeinden: ca. 2 %
    Die Umsatzsteuer ist somit eine wichtige Einnahmequelle für den deutschen
    Bundesstaat.
  • indirekte Steuer: Wer führt die Umsatzsteuer ab?
    Da die direkte Berechnung der der Umsatzsteuer für jeden Verbraucher technisch nicht möglich ist, sind hier Steuerschuldner und Steuerträger nicht identisch.
    Die Umsatzsteuer wird vom Steuerschuldner (z. B. Unternehmen) auf den Steuerträger (Konsumenten) abgewälzt. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer zwar vom Unternehmen auf die verkauften Waren und Dienstleitungen erhoben und an das Finanzamt abgeführt wird. Der Verbraucher trägt jedoch die eigentliche Steuerlast.
  • Endverbrauchersteuer: Wer muss die Umsatzsteuer bezahlen?
    Die eigentliche Steuerlast liegt immer beim Endverbraucher, da dieser die Umsatzsteuer im Rahmen des Vorsteuerabzugs nicht vom Finanzamt zurückerstattet bekommt.

Was bedeutet die Umsatzsteuer für Unternehmen?

Unternehmen dürfen nur den Nettopreis ihrer verkauften Produkte einbehalten. Die Umsatzsteuer müssen sie an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig darf der Unternehmer aber die Umsatzsteuer beim Finanzamt geltend machen, die er zum Beispiel auf eingekaufte Waren oder Dienstleistungen zahlt (Vorsteuer).

Für Unternehmen ist die Umsatzsteuer also ein durchlaufender Posten. Da der Endverbraucher die eigentliche Steuerlast trägt, ist die Umsatzsteuer gewinn- bzw. verlustneutral.

Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer?

Die beiden Begriffe Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer werden in Deutschland häufig synonym verwendet, wobei der steuerrechtlich korrekte Begriff „Umsatzsteuer“ lautet. Die Mehrwertsteuer hat sich jedoch nicht nur als umgangssprachlicher Begriff etabliert, sondern wird auch häufig auf Belegen und Quittungen als MwSt. ausgewiesen. Der Begriff Mehrwertsteuer leitet sich aber eigentlich von der Form der Besteuerung ab, denn die Umsatzsteuer wird nach dem „Mehrwertprinzip“ berechnet.

Was ist das Mehrwertprinzip?

Der Begriff Mehrwertsteuer leitet sich von dem Mehrwertprinzip ab, das in Deutschland seit 1968 gilt. Demnach zahlt jeder Unternehmer nur Umsatzsteuer auf den Mehrwert, den er durch den Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung generiert. Kauft also beispielsweise ein Küchenstudio eine Küche im Wert von 8.000 € Netto ein und im Wert von 11.000 € Netto weiter, so wird die Umsatzsteuer nur auf den Mehrwert von 3.000 € fällig.

Unterschied zwischen 7% und 19%
  • 8.000 € (Netto) x 1,19 = 9.520 € (Brutto)
  • 9.520 € (Brutto) – 8.000 € (Netto) = 1.520 € MwSt. (Diesen Betrag schuldet das Finanzamt dem Unternehmen.)
  • 11.000 € (Netto) x 1,19 = 13.090 € (Brutto)
  • 13.090 € (Brutto) – 11.000 € (Netto) = 2.090 € MwSt. (Diesen Betrag schuldet das Unternehmen dem Finanzamt.)

Was ein Unternehmen dem Finanzamt an Umsatzsteuer schuldet, ergibt sich aus der Differenz der Umsatzsteuer auf Ausgangs- und Eingangsrechnungen. Bei dem vorangegangenen Beispiel werden also 1.520 € von 2.090 € subtrahiert. Die übriggebliebenen 570 € müssen vom Unternehmen als Vorsteuer an das Finanzamt gezahlt werden.

Was ist Vorsteuer?

Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die einem Unternehmen in Form von Eingangsrechnungen von anderen Unternehmen in Rechnung gestellt wird. Bezieht also beispielsweise eine Möbelschreinerei Holz aus einem Sägewerk, so ist auf der Rechnung des Sägewerks 19 Prozent Umsatzsteuer vermerkt. Der Schreiner darf diese Umsatzsteuer als Vorsteuer betrachten und vom Finanzamt zurückfordern. Man spricht hier auch vom Vorsteuerabzug. Gleichermaßen muss der Unternehmer die Umsatzsteuer, die er auf seinen Ausgangsrechnungen ausgewiesen hat, an das Finanzamt abgeben. Verkauft der Schreiner also den fertigen Tisch, tritt er 19 Prozent Umsatzsteuer des Endbetrags an das Finanzamt ab.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsteuer und Umsatzsteuer?

Ob eine Umsatzsteuer als Vorsteuer oder als Umsatzsteuer betrachtet wird, ist von der Sichtweise abhängig. Aus Sicht des Unternehmers ist die Vorsteuer die Steuer, die auf Eingangsrechnungen erhoben wurde. Eingangsrechnungen sind Rechnungen, die das Unternehmen für Dienstleistungen oder Produkte anderer Unternehmen begleichen muss.

  • Vorsteuer: Umsatzsteuer auf Eingangsrechnungen
  • Umsatzsteuer: Umsatzsteuer auf Ausgangsrechnungen

Das bedeutet also, die Vorsteuer ist gleichzeitig auch Umsatzsteuer, nämlich aus Sicht des Verkäufers. Der Steuersatz ist für das gleiche Produkt damit auch immer gleich, egal ob es sich um Vorsteuer oder Umsatzsteuer handelt. In Deutschland gilt der Regelsteuersatz von 19 Prozent.
Einige Produkte und Dienstleistungen werden aber auch mit dem verminderten Steuersatz von sieben Prozent besteuert, zum Beispiel Lebensmittel oder Bücher.

Wer ist umsatzsteuerpflichtig?

Was ist eigentlich mit „Umsatzsteuerpflicht“ gemeint? Umsatzsteuerpflichtig bedeutet, dass Unternehmen für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen eine Umsatzsteuer berechnen, also die Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen ausweisen müssen. Grundsätzlich sind alle Unternehmen dazu verpflichtet Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass diese auch vorsteuerabzugsberechtigt sind, also die Vorsteuer im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt geltend machen können.

Wer ist von der Umsatzsteuerpflicht befreit?

Kleinunternehmer können als einzige Ausnahme von der Umsatzsteuerpflicht befreit werden. Unternehmen, die im vergangenen Kalenderjahr weniger als 17.500 Euro Jahresumsatz erzielt haben,
können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen (§ 19 UStG). Das heißt, sie müssen keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen und daher auch nicht an das Finanzamt abführen. Das bedeutet aber auch, dass sie dann keinen Anspruch mehr auf den Vorsteuerabzug haben. In diesem Zusammenhang sollte man außerdem wissen, dass man als Unternehmer 5 Jahre lang an diese Entscheidung gebunden ist. Der Entschluss zur Besteuerung von Kleinunternehmern sollte daher gut bedacht sein.

Umsatzsteuer: 7 oder 19%?

Umsatzsteuersatz: Regelsteuersatz und Sonderregelung

Grundsätzlich fallen auf jede Dienstleistung und jedes verkaufte Produkt 19% Umsatzsteuer an. Denn dies ist seit 2007 der in Deutschland gültige Regelsteuersatz. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, für die der Sondersteuersatz bzw. der ermäßigte Steuersatz von 7% gilt, nämlich für:

  • Lebensmittel (mit wenigen Ausnahmen)
  • Take-Away-Speisen im Restaurant (vor Ort verzehrte Speisen werden mit 19% USt besteuert)
  • urheberrechtlich geschützte Produkte (zum Beispiel Bücher, Bilder, Texte, Zeitungsartikel, Broschüren)
  • Kunstgegenstände (zum Beispiel Gemälde, Bildhauerkunst)
  • einmalige Darbietungen (zum Beispiel Theateraufführungen, Museums-Eintrittskarten, Zirkusvorführungen)
  • Hotelübernachtungen
  • Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr (zum Beispiel Busse, Züge, Straßenbahnen, Taxen)
Umsatzsteuer bei Lebensmittel

Der ermäßigte Steuersatz ist relativ schwierig zu erfassen, da es viele Ausnahmeregelungen gibt. Informieren Sie sich deshalb genau, ob Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung unter die Sonderregelung fällt. Eine vollständige Liste der Gegenstände, die dem ermäßigten Steuersatz unterliegen, ist in Anlage 2 des Umsatzsteuergesetzes enthalten.

Ordnungsgemäße Buchung der Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer gibt es bereits seit 1968. Sie wird, mit einigen Ausnahmen, auf alle Produkte und Dienstleistungen erhoben. Die gängigsten Umsatzsteuersätze in Deutschland sind 19% (regulär) und 7% (ermäßigt). Der ermäßigte Steuersatz gilt zum Beispiel für Lebensmittel. Außerdem gibt es auch steuerfreie Produkte und Dienstleistungen, zum Beispiel Porto oder Dienstleistungen von Kleinunternehmern. Für die Berechnung der Umsatzsteuer in Unternehmen gilt das sogenannte „Mehrwertsteuerprinzip“, weshalb die Umsatzsteuer umgangssprachlich auch oft als Mehrwertsteuer bezeichnet wird. Der Unternehmer zahlt demnach nicht auf den kompletten Umsatz Mehrwertsteuer, sondern nur auf den Gewinn, also auf den Mehrwert, den das Unternehmen durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen erzielt. Diese Mehrwertsteuer muss in Form von Vorsteuer an das Finanzamt abgeführt werden.

Rechenbeispiel für die Umsatzsteuer

Nehmen wir an, ein Unternehmen kauft Waren im Wert von 10.000 € Netto ein:

  • 10.000 € (Netto) x 1,19 (19 Prozent USt.) = 11.900 € (Brutto)
  • 11.900 € – 10.000 € = 1.900 € USt.

Die 1.900 € Umsatzsteuer muss das Unternehmen zunächst an den Lieferanten zahlen, kann sie sich aber vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Die Mehrwertsteuer ist für das Unternehmen also ein durchlaufender Posten, der keine Auswirkung auf den Gewinn oder den Verlust des Unternehmens hat.

Gehen wir nun davon aus, dass das Unternehmen die Waren weiterverarbeitet und für 14.280 € inkl. Mehrwertsteuer wiederverkauft.

  • 14.280 € (Brutto) : 1,19 (19 Prozent USt.) = 12.000 € (Netto)
  • 14.280 € – 12.000 € = 2.280 € USt.

Die 2.280 € Umsatzsteuer werden im Zuge der Umsatzsteuervoranmeldung mit der Rückerstattung verrechnet.

  • 2.280 € – 1.900 € = 380 €

Der Unternehmer muss in diesem Fall 380 € an das Finanzamt abführen. Damit wird lediglich der Gewinn versteuert, den er aus dem Verkauf der Produkte erzielt.

Buchungssatz für Buchungen mit Mehrwertsteuer

Die Buchungssätze für das vorangegangene Rechenbeispiel lauten folgendermaßen:

10.000 € Wareneinkauf

1.900 € Vorsteuer, 19% an 11.900 € Verbindlichkeiten aus Wareneinkäufen
1.900 € Umsatzsteuer an 1.900 € Vorsteuer, 19%
14.280 € Forderungen aus Lieferung an 12.000 € Umsatzerlöse
2.280 € Umsatzsteuer an 2.280 € Vorsteuer, 19%

Auf dem Konto Vorsteuer entsteht eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt von 380 €.

Vorsteuer mit Umsatzsteuer verrechnen

Unternehmer können die zu zahlende Umsatzsteuer mit der Vorsteuer auf eingekaufte Produkte und Dienstleistungen verrechnen. Die Vorsteuer, die Unternehmen zahlen müssen, wenn sie Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, dürfen sie bei der Umsatzsteuervoranmeldung geltend machen.
Man spricht auch von „abziehbarer Vorsteuer“. Das Finanzamt ermittelt die Zahllast, indem es Vorsteuerabzug und Mehrwertsteuer gegenrechnet. Je nachdem wie hoch die Einnahmen oder Ausgaben im jeweiligen Meldezeitraum waren, bekommt der Unternehmer eine Rückzahlung oder muss einen Betrag an das Finanzamt abführen.

Was ist der Vorsteuerabzug?

Jedes Unternehmen muss in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuervoranmeldung machen, zum Beispiel monatlich, quartalsweise oder jährlich. Dabei werden dem Finanzamt die Umsatzsteuer-Beträge und Vorsteuer-Beträge übermittelt. Die Vorsteuer kann von der Umsatzsteuerlast des Unternehmens abgezogen werden. Eine einfache Rechnung verdeutlicht den Sachverhalt:

  • Umsatz des Unternehmens im 1. Quartal: 50.000 Euro
  • zu zahlende Umsatzsteuer: 9.500 Euro
  • Vorsteuer aus Eingangsrechnungen: 7.000 Euro
  • Umsatzsteuerzahllast = Umsatzsteuer – Vorsteuer = 2.500 Euro

Das Unternehmen muss an das Finanzamt nun noch 2.500 Euro Umsatzsteuer abführen.

In der Gründungsphase ist der Vorsteuerabzug häufig höher als die vereinnahmte Umsatzsteuer. Es besteht ein Vorsteuerüberhang. Dieser Betrag wird dem Unternehmen vom Finanzamt erstattet.

  • Vorsteuerüberhang = Vorsteuerbetrag > Umsatzsteuerbetrag
  • Umsatzsteuerzahllast = Vorsteuerbetrag < Umsatzsteuerbetrag

Voraussetzungen zum Vorsteuerabzug

Damit die Vorsteuer beim Finanzamt geltend gemacht werden darf, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Produkt oder die Dienstleistung wurde für den Betrieb erworben.
  • Das Produkt oder die Dienstleistung enthält Umsatzsteuer.
  • Das Produkt oder die Dienstleistung ist keine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe (Geschenke, Gästehäuser etc.).
  • Es besteht keine Kleinunternehmerregelung.
  • Das Unternehmen erzielt umsatzsteuerpflichtige Erträge.
  • Die Rechnung ist ordnungsgemäß ausgestellt.

Darüber hinaus gibt es für verschiedene Berufsgruppen einen pauschalen Vorsteuerabzug. Hier wird ein für die Berufsgruppe geltender Prozentsatz des Unternehmensumsatzes als Vorsteuer erstattet. Es kann durchaus vorkommen, dass der pauschale Vorsteuerabzug höher ist, als er eigentlich sein dürfte. Das ist aber nicht in jedem Fall ein Vorteil für das Unternehmen, denn so erhöht sich auch der Gewinn und mehr Gewerbesteuer bzw. Körperschaftssteuer muss gezahlt werden.

Beispiel für die Umsatzsteuerverrechnung

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, wie die Zahllast in der Buchhaltung ermittelt wird:

  • Eine Schreinerei kauft für 11.900 Euro Holz ein und fertigt daraus Tische. In diesem Betrag sind 1.900 Euro Vorsteuer enthalten, die das Unternehmen vom Finanzamt zurückbekommt.
  • Die Schreinerei verkauft die gefertigten Tische für 29.750 Euro weiter. In diesem Betrag sind 4.750 Euro Umsatzsteuer enthalten, die das Unternehmen dem Finanzamt schuldet.
  • Umsatzsteuerverrechnung: 4.750 Euro – 1.900 Euro = 2.850 Euro
Umsatzsteuerverrechnung

In diesem Rechenbeispiel muss die Schreinerei eine Zahllast von 2.850 Euro an das Finanzamt überweisen. Es gibt aber natürlich auch Monate bzw. Quartale, in denen besonders viel investiert wird, zum Beispiel in eine neue Maschine oder ein Fahrzeug. In solchen Zeiten kann es auch einmal sein, dass das Unternehmen vom Finanzamt eine Vorsteuerrückerstattung bekommt, weil die Vorsteuer höher als die Umsatzsteuer ist.

Wie und wo Vorsteuer geltend machen?

Fast jedes Unternehmen erhält Rechnungen von Lieferanten oder Dienstleistern, auf denen Umsatzsteuer ausgewiesen ist. Diese Umsatzsteuer darf der Unternehmer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen, sofern er nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegt. Kleinunternehmer sind Unternehmer, die weniger als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr machen.

Wie funktioniert die Umsatzsteuervoranmeldung?

Alle Unternehmer, die nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegen, müssen regelmäßig eine Umsatzsteuervoranmeldung machen. In der Regel erfolgt die Anmeldung monatlich oder quartalsweise, jeweils zum 10. des Folgemonats. Die Umsatzsteuervoranmeldung für das erste Jahresquartal muss also spätestens zum 10. April erfolgen.

Die Vorsteuer wird online über das Elster-Portal geltend gemacht. Dazu muss das UStVA-Formular ausgefüllt werden. In dieses Formular trägt der Unternehmer ein, wie viel Umsatzsteuer er bereits vorausgezahlt hat und wie viel Mehrwertsteuer er im Laufe des Meldezeitraums vereinnahmt hat. Beide Werte werden gegengerechnet.

Hat der Unternehmer mehr Umsatzsteuer eingenommen als Vorsteuer bezahlt, so muss er einen Betrag an das Finanzamt überweisen. Verhält es sich andersherum, so bekommt der Unternehmer eine Rückerstattung.

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