BWL
einfach erklärt

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Hinweis: Aus Gründen der Lesbarkeit verwenden wir in unseren Beiträgen nur die männliche Form, damit sind aber alle anderen Geschlechter mitgemeint.
Definition

Definition: Was ist BWL?

BWL ist die Initial-Abkürzung für Betriebswirtschaftslehre. In der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre stehen die betrieblichen Funktionen und Abläufe – abgesehen von den Besonderheiten der Branchen und den Rechtsformen – im Vordergrund. Die spezielle Betriebswirtschaftslehre dagegen behandelt die Betriebslehren der einzelnen Branchen – also Handel, Banken, Versicherungen, Verkehr u.a. Die Aufgaben der BWL sind somit im weitesten Sinne die Beschreibung von Entscheidungsprozessen in Unternehmen. Die technische Betriebswirtschaft schließlich agiert an der Schnittstelle von Technik und Betriebswirtschaft.

BWL und VWL – das sind die Unterschiede

Volks- und Betriebswirtschaftslehre unterscheiden sich im Wesentlichen darin, dass BWL sich mit Prozessen und Entscheidungen einzelner Betriebe befasst, VWL dagegen mit den gesamtwirtschaftlichen Vorgängen.

VWL behandelt gesamte Wirtschafträume und fokussiert sich auf Analysen der Bruttosozialprodukte, Steuern und Abgaben, aber auch Inflationen. Im Gegensatz zu BWL gehören zur Volkswirtschaftslehre also auch Staaten und Staatenverbunde – darunter z.B. die Europäische Union. Die VWL beschäftigt sich mit Lösungen und Strategien zu gesamtwirtschaftlichen Fragen und agiert daher immer nahe an der Politik.

Die Inhalte und Bereiche von BWL

Kurz gesagt: BLW ist ein weites Feld, wenn man sich alle Inhalte und Zusammenhänge vor Augen führt. Im Management zum Beispiel fördert die BWL diverse Fähigkeiten, bzw. den Überblick über diverse Bereiche:

  • Güter-Produktion, also die gesamte Herstellung von Waren
  • Finanzierung und Marketing
  • Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen
  • Forschung und Entwicklung neuer Fähigkeiten
  • Vermarktung und Organisation sowie Rechnung und Controlling
  • Investition in Unternehmen und Organisationen aller Art

Was ist der Schwerpunkt von BWL?

Der Schwerpunkt von BWL liegt allerdings immer im ökonomischen Erfolg eines betreffenden Unternehmens, einer Organisation oder eines Wirtschaftssystems. Das Management muss dabei seine Fähigkeiten darauf ausrichten, Unternehmen optimal aufzustellen. Insbesondere ist es wichtig, immer die wechselnden Rahmenbedingungen der gesamten Wirtschaft im Auge zu behalten und auf die Bedürfnisse eines einzelnen Unternehmens anzupassen. Im Rahmen der allgemeinen Unternehmensführung sind die Grundsätze der BWL maßgeblich, da sie Aufgaben so gliedert und strukturiert, dass sich überschneidende Bereiche dynamisch entwickeln.

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Historischer Überblick

Bei der Frage, was BWL ist, hilft ein kurzer Blick in die Herkunftsgeschichte: Bereits vor mehreren hundert Jahren entwickelten sich diese Lehre und ihre Definition, was die Betriebswirtschaftslehre ist. Da die Menschen immer Handel getrieben haben, schrieb bereits der Gelehrte Xenophon im Jahr 380 v. Chr. im Oikonomikos über die Grundsätze des Getreidehandels. 1202 publizierte dann der aus Pisa stammende Mathematiker Leonardo Fibonacci ein Rechenbuch (IL Liber Abaci), mit dem er das dezimale Zahlensystem erstmals in italienischer Sprache vorstellte und mit Beispielen aus dem Wirtschaftsleben veranschaulichte. Das Werk hat bis heute großen Einfluss auf Praxis, Lehre und Forschung.

Mit der Entstehung von Universitäten und Handelsschulen entwickelte sich die Wirtschaftswissenschaft, bzw. die damals so genannte „Handelsbetriebslehre“. Ursprung waren die ab 1898 etablierten Hochschulen in Aachen, Wien und Leipzig.

Allgemeine und spezielle Betriebswirtschaftslehre

Bei der Unterteilung von BWL in die allgemeine (ABWL) und die spezielle Betriebswirtschaftslehre geht es eigentlich um den jeweiligen Bezug zu Wirtschaft und Branchen. Grundsätzlich gilt: Die allgemeine BWL erfasst im Handel und in der Logistik alle Branchen – und zwar sowohl im Bereich Controlling als auch im Personalmanagement. Damit sind die planerischen, rechnerischen und organisatorischen Entwicklungen und Mechanismen gemeint. Die allgemeine BWL hilft also, die grundsätzlichen Regeln von Unternehmen besser zu verstehen.

Die spezielle Betriebswirtschaftslehre indessen befasst sich mit den Abläufen und Besonderheiten einzelner Branchen, die bei bestimmten Entscheidungen Berücksichtigung finden müssen. Somit fokussiert sich die spezielle Betriebswirtschaftslehre auf die Lösung besonderer Probleme in Wirtschaftszweigen. Zudem unterteilt sich die spezielle BWL in institutionelle BWL (auf bestimmte Branchen fokussiert) und die funktionale BWL (auf Unternehmen gerichtet). Auf Branchen gerichtete Zweige der BWL sind zum Beispiel:

  • Bankbetriebslehre
  • Tourismus
  • Gesundheitswesen
  • Handel
  • Immobilienwirtschaft
  • Industrie
  • Landwirtschaft
  • Medien
  • Öffentliche und Verwaltungs-BWL
  • Versicherungswesen

Dagegen kommen funktionale Betriebswirtschaftslehren in Unternehmensbereichen zum Tragen. Diese sind zum Beispiel:

  • Einkauf und Logistik
  • Produktion und Qualitätsmanagement
  • Absatz, Marketing und Unternehmenskommunikation
  • Finanzierung und Investitionen
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Steuern
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Prinzipien und Kennzahlen

Grundsätzlich richtet sich die Betriebswirtschaftslehre nach bestimmten Prinzipien. Diese sollen eine optimale Ausnutzung aller ökonomischen Möglichkeiten in der Praxis sicherstellen. Daher ist es Aufgabe des Managements, die Handlungsoptionen der speziellen Betriebswirtschaftslehre an die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens oder einer Organisation im Handel anzupassen.

Darüber hinaus spielen spezifische Kennzahlen innerhalb der BWL eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Qualität der betrieblichen Inhalte und Vorgänge zu messen. Die Unternehmensführung erhebt hierzu Daten, die nach BWL-Grundsätzen angewendet werden und auf Probleme hinweisen können. Manche Unternehmen veröffentlichen diese Zahlen und Daten, um so den Handel noch weiter ausbauen zu können.

Die Methoden und Anwendungen der BWL

Die Anwendung von BWL in Wirtschaft, Unternehmen oder Organisationen kennt die quantitative und die qualitative Methode. Die Aufgaben und Methoden der BWL geben Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens oder auch die Fähigkeiten des Managements. Eine effizient arbeitende Unternehmensführung ist durch richtig angewendete BWL-Methoden in der Lage, ihr Wissen zu erweitern und Fähigkeiten auszubauen.

Was ist die quantitative Methode?

Die quantitative Methode erforscht wirtschaftliche Zusammenhänge durch Experimente, Erhebungen oder Umfragen. Auch die Bereiche Controlling und Personalmanagement können durch solche Methoden optimiert werden. Mit dieser Möglichkeit kann die Unternehmensführung auf Grundlage der BWL-Methodik besser Entscheidungen treffen und Statistiken erheben.

Was ist die qualitative Methode?

Die qualitative Methode, bzw. Forschung, ist dagegen sehr viel fokussierter. Sie nutzt die Möglichkeit der Beobachtung und Befragung, um Wissen zu generieren und Zusammenhänge zu erforschen. Bei der BWL, bzw. den gesamten Wirtschaftswissenschaften, können so die Fähigkeiten und Inhalte von Unternehmen optimaler bei der Arbeit oder Produktion der Güter zum Einsatz kommen.

Internationale Betriebswirtschaft und Globalisierung

Bei der internationalen BWL handelt es sich um eine Ausbildung im Bereich des General Management. Sie vermittelt Fähigkeiten und Möglichkeiten auf internationaler Ebene. Dabei steht nicht nur das Management im Mittelpunkt, sondern natürlich der internationale Handel von Unternehmen, die internationale Wirtschaft sowie die Themen Arbeit, Güter und Marketing.

Wenn Unternehmen sich das Ziel setzen, ihre betriebliche Strategie nicht nur national, sondern international auszurichten, hat dies weitreichende Konsequenzen. Globale Zusammenhänge sowie der internationale Handel und die Logistik eines Unternehmens sollten nach den Grundsätzen der BWL aufgesetzt und permanent optimiert werden. Insbesondere im Rahmen der Globalisierung ist das Thema der internationalen Betriebswirtschaft von zentraler Bedeutung.

Bei der internationalen BWL spielen verschiedene Aspekte eine wichtige Rolle:

  • unterschiedliche Kulturen und Gesellschaftsformen
  • geografische und klimatische Gegebenheiten
  • marktspezifische Charakteristika
  • „Data science“ Fähigkeiten der Fürhungskräfte
  • Aufbau digitaler Plattformmodelle
  • zunehmende Interaktion der Menschen mit Algorithmen

All diese Faktoren beeinflussen und Transformieren die BWL immer weiter.

Zusammenfassung

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  • BWL ist die Abkürzung für Betriebswirtschaftslehre und ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften.
  • Im Gegensatz zur Volkswirtschaftslehre befasst sich die Betriebswirtschaftslehre mit der Perspektive aus betrieblicher Sicht, fokussiert auf den Einzelbetrieb.
  • Inhalte der BWL sind die Planung, Organisation und Berechnungen betrieblicher Abläufe.
  • Das Ziel der BWL ist es, fachübergreifendes Denken und Entscheiden zu begünstigen.
  • Die Betriebswirtschaft teilt sich in zwei Bereiche auf: Die allgemeine BWL und die spezielle BWL.
  • Die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und Prinzipien sind die Grundlagen ihrer Anwendung im Zusammenhang von Wirtschaft und Unternehmen.
  • Die Betriebswirtschaftslehre kennt quantitative (Experimente und Erhebungen) und qualitative (Beobachtung und Befragung) Methoden.
  • Weitere Disziplinen wie Mathematik, Pädagogik und auch Psychologie, Geschichte, Ethik und Geographie können zur Schnittmenge der BWL gehören.
  • Auch in der Grundlagenforschung gehört das betriebswirtschaftliche Denken und Handeln zu den Basisaufgaben.
  • Die internationale Betriebswirtschaftslehre ist eine Ausbildung im Bereich des sogenannten General Managements und gewinnt im Rahmen des globalisierten Handels zunehmend an Bedeutung.